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29. SEPTEMBER – 2. OKTOBER 2022

29. SEPTEMBER – 3. OKTOBER 2022

Schifffahrtsbranche nimmt Kurs auf technologische Innovationen

Brennstoffzellen im maritimen Einsatz.

Innovationen in der Schifffahrt gab es immer schon. Die Dimension des nun eingeleiteten Transformationsprozesses hin zu einer weitgehenden Dekarbonisierung des Schiffsverkehrs setzt jedoch völlig neue Maßstäbe. Grüner Wasserstoff, seine zu E-Fuels und PtXBrennstoffen verarbeiteten Derivate und die hiermit betriebenen Brennstoffzellensysteme auf Schiffen stehen im Mittelpunkt der heute stattfindenden internationalen Messe für die Schifffahrtindustrie SMM, bei der das maritime Industrie- und Innovationscluster e4ships gleichermaßen über Einsatzkonzepte, wissenschaftliche Erkenntnisse und Anwendungserfahrungen berichtet.

Angesichts der sich verschärfenden Klima- und Energiekrise steht die Schifffahrtsbranche weltweit vor der großen Herausforderung, sich bestmöglich für den beginnenden technologischen Transformationsprozess aufzustellen. Der Schwerpunkt dabei ist, die jeweiligen Technologien und Einsatzkonzepte für unterschiedliche Energieträger zur Anwendungsreife zu bringen und zugleich die Sicherheitsvorschriften für die Zulassung und den Betrieb von Schiffen mit innovativen Energiewandlern und alternativen Treibstoffen zu entwickeln. Denn eine breite industrielle Implementierung erfordert einheitliche internationale technische Standards, die ohne prototypische Einzelzulassung eine schnelle und einheitliche Zertifizierung ermöglichen.

Mit dem breit angelegten Projekt e4ships – Brennstoffzellen im maritimen Einsatz – ist Deutschland auf dem Kurs zu einer nachhaltigen Schifffahrt einen substanziellen Schritt vorangekommen. Führende deutsche Werften und Reedereien haben in Zusammenarbeit mit Brennstoffzellenherstellern frühzeitig in den Demonstrationsvorhaben Pa-X-ell2, ELEKTRA, MultiSchIBZ und RiverCell2 daraufgesetzt, Brennstoffzellensysteme für den spezifischen Bedarf der See- und Binnenschifffahrt zu entwickeln. Zugleich wurden die hieraus gewonnen technischen Erkenntnisse aktiv in die Erarbeitung der Sicherheitsvorschriften der internationalen Schifffahrtsorganisationen IMO und CESNI für die Zulassung von Schiffen mit Brennstoffzellen an Bord eingebracht.

Der Ausschuss für die Sicherheit im Seeverkehr hat im April 2022 die vorläufigen Leitlinien für die Sicherheit von Schiffen mit Brennstoffzellenanlagen („Interim Guidelines for the safety of ships using fuel cell power installations”) beschlossen, in denen die Rahmenbedingungen für die Installation von Brennstoffzellen-Energieanlagen in der kommerziellen Schifffahrt geregelt werden, um mit effizienten Energiewandlern und klimaneutralen Treibstoffen emissionsfreie Schiffe realisieren zu können und einen erfolgreichen Markthochlauf von Brennstoffzellensystemen im maritimen Sektor zu ermöglichen.

Einen wesentlichen Beitrag hierzu haben unter anderem die Erkenntnisse der e4shipsPartner und Mittelbereitstellung durch das Nationale Innovationsprogramm Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) geleistet.

Das NIP wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Weitere Informationen zu den Demonstrationsvorhaben sowie und dem Innovationsclusters e4ships finden sie in der aktuellen Pressemitteilung und unter folgendem Link.