{"id":2494,"date":"2021-12-16T08:05:08","date_gmt":"2021-12-16T08:05:08","guid":{"rendered":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/?p=2494"},"modified":"2022-01-10T08:08:19","modified_gmt":"2022-01-10T08:08:19","slug":"traditionelle-seemannschaft-ist-immaterielles-kulturerbe-deutsche-sailtraining-association-beantragt-die-aufnahme-in-das-bundesweite-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/2021\/12\/16\/traditionelle-seemannschaft-ist-immaterielles-kulturerbe-deutsche-sailtraining-association-beantragt-die-aufnahme-in-das-bundesweite-verzeichnis-des-immateriellen-kulturerbes\/","title":{"rendered":"Traditionelle Seemannschaft ist immaterielles Kulturerbe"},"content":{"rendered":"\t\t<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"2494\" class=\"elementor elementor-2494\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t\t\t<section class=\"elementor-section elementor-top-section elementor-element elementor-element-42fdb6d elementor-section-boxed elementor-section-height-default elementor-section-height-default\" data-id=\"42fdb6d\" data-element_type=\"section\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-container elementor-column-gap-default\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-column elementor-col-100 elementor-top-column elementor-element elementor-element-743509e\" data-id=\"743509e\" data-element_type=\"column\">\n\t\t\t<div class=\"elementor-widget-wrap elementor-element-populated\">\n\t\t\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-589234d elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"589234d\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t<style>\/*! elementor - v3.19.0 - 07-02-2024 *\/\n.elementor-widget-text-editor.elementor-drop-cap-view-stacked .elementor-drop-cap{background-color:#69727d;color:#fff}.elementor-widget-text-editor.elementor-drop-cap-view-framed .elementor-drop-cap{color:#69727d;border:3px solid;background-color:transparent}.elementor-widget-text-editor:not(.elementor-drop-cap-view-default) .elementor-drop-cap{margin-top:8px}.elementor-widget-text-editor:not(.elementor-drop-cap-view-default) .elementor-drop-cap-letter{width:1em;height:1em}.elementor-widget-text-editor .elementor-drop-cap{float:left;text-align:center;line-height:1;font-size:50px}.elementor-widget-text-editor .elementor-drop-cap-letter{display:inline-block}<\/style>\t\t\t\t<p>Die Deutsche Marine, GSHW (Gemeinsame Kommission f\u00fcr historische Wasserfahrzeuge), GSTU (German Sail Training Union), Tall Ship Friends Deutschland sowie die EMH (European Maritime Heritage) und das \u201eDeutsche Schiffahrtsmuseum \u2013 Leibniz Institut f\u00fcr maritime Geschichte\u201c unterst\u00fctzen diesen Antrag vehement. Hier in Deutschland ist es vor allem dem langj\u00e4hrigen Ratsvorsitzenden der S.T.A.G., J\u00f6rg Schinzer, zu verdanken, dass dieser Antrag an die Deutsche UNESCO \u2013 Kommission zur 5. Bewerbungsrunde 2021 \/ 22 gestellt und in Bremen eingereicht werden konnte.<\/p><p>Nach dem Ende der kommerziellen Segelschifffahrt im 20. Jahrhundert droht nun mit dem \u201eAussterben\u201c der ehemaligen Besatzungsmitglieder auch das in Jahrtausenden erworbene handwerkliche K\u00f6nnen und Wissen f\u00fcr immer verloren zu gehen. Ausbildung unter Segeln findet heute nur noch auf milit\u00e4rischen Segelschulschiffen statt. Nur Russland und D\u00e4nemark unterhalten noch Segelschulschiffe, um den Nachwuchs der Handelsschifffahrt bzw. Fischerei w\u00e4hrend relativ kurzer T\u00f6rns an das Leben auf See zu gew\u00f6hnen.<\/p><p>Es ist nicht nur der drohende Verlust an manuellen F\u00e4higkeiten. Auch die Erfahrungen durch die psychischen Belastungen der Arbeit an Bord ohne Chance nach Feierabend nach Hause gehen zu k\u00f6nnen sowie durch die zwingend notwendige Arbeit im Team \u2013 Tag und Nacht \u2013 und die sich daraus ergebenden sozialen Verhaltensweisen w\u00fcrden in den wenigen verbleibenden Jahren mit Sicherheit verloren gehen. Wer hat dann noch Ahnung, wie sich ein kleines Boot bei schwerer See verh\u00e4lt, kann die Auswirkung von Str\u00f6mung und Wind auch auf einem gro\u00dfen Frachter zuverl\u00e4ssig absch\u00e4tzen oder kann zwei kurze Taue zuverl\u00e4ssig verbinden (splei\u00dfen), den richtigen Seemannsknoten anwenden, oder gar Segel sturmsicher befestigen. Nur wenn dieses Wissen und die Erfahrungen weitergegeben werden, ist maritime Geschichte verst\u00e4ndlich und nachvollziehbar. Dies zu gew\u00e4hrleisten hat sich die S.T.A.G. und die sie unterst\u00fctzenden Organisationen zur Aufgabe gemacht.<\/p><p>Unter dem Begriff \u201eSail Training\u201c wurden Ausbildungsprogramme entwickelt um an Land die manuellen Kenntnisse vor allem an Jugendliche, aber auch an interessierte Erwachsene weiterzugeben. Sp\u00e4ter sollen diese F\u00e4higkeiten unter den erschwerten Bedingungen an Bord angewandt werden, so dass am Ende eine Mannschaft entsteht, die in der Lage ist unter Segeln Ozeane zu \u00fcberqueren und selbst im Sturm ein Schiff sicher zu f\u00fchren sowie es zuverl\u00e4ssig in Stand zu halten. Dazu geh\u00f6ren auch Kenntnisse wie man ohne GPS und anderen elektronischen Hilfsmitteln die Position seines Schiffes und den Kurs bestimmen kann. Ein Aspekt, der in den Zeiten von Cyberwar zunehmend wichtiger wird. Und nicht zuletzt gilt es die traditionellen Arbeitslieder, die Shanties, in ihrer urspr\u00fcnglichen Form und Zweck mit Leben zu erf\u00fcllen, jenseits der allzu beliebten sog. Seemannsch\u00f6re. Dies gilt alles auch f\u00fcr das Segeln mit k\u00f6rperlich und geistig eingeschr\u00e4nkten Personen, an Bord von speziellen, traditionellen Segelschiffen wie der britischen \u201eTenacious\u201c (Bark) oder der \u201eWappen von Ueckerm\u00fcnde\u201c. Wie viele internationale Untersuchungen zeigen, ist dieses \u201eSail Training\u201c zum einen Geschichte bewahrend, aber auch das soziale Verhalten positiv beeinflussend und pers\u00f6nlichkeitsbildend. Gleichzeitig hilft es privaten Eignern, gemeinn\u00fctzigen Vereinigungen sowie Museen traditionelle Segelschiffe zu retten und sie f\u00fcr weitere Generationen in Fahrt zuhalten &#8211; denn je authentischer die Umgebung ist umso effektiver und begeisternder ist auch das Sailtraining.<\/p><p>Bereits 2003 hatte die Bundesrepublik die \u201eBarcelona Charter\u201c unterzeichnet und sich verpflichtet, maritimes Kulturgut zu erhalten und 2008 die \u201eRostock Declaration\u201c mit dem gleichen Ziel. So sollte es eigentlich selbstverst\u00e4ndlich sein, dass dem so gut begr\u00fcndeten und intensiv unterst\u00fctzten Antrag die \u201eTraditionelle Seemannschaft\u201c nun in das \u201eBundesweite Register des immateriellen Kulturerbes\u201c aufzunehmen, stattgegeben wird.<\/p><p>Da der Gedanke des \u201eSail Trainings\u201c weltweit gepflegt wird, in 28 Nationen gibt es mittlerweile \u00e4hnliche Organisationen wie die deutsche Sail Training Association, sollte der n\u00e4chste Schritt sein, mit Hilfe der internationalen Dachorganisation \u201eSail Training International\u201c (STI) die \u201eTraditionelle Seemannschaft\u201c auch als immaterielles Weltkulturerbe von der UNESCO anerkennen zu lassen. Diese Kultur, die seit 1956 nicht nur w\u00e4hrend der internationalen Windjammer \u2013 Regatten bereits intensiv gepflegt wird sollte so auch internationale Anerkennung finden. Mehr Infos zu dieser Thematik finden Sie auf der Website der S.T.A.G:<em><a href=\"https:\/\/www.sta-g.de\/\">https:\/\/www.sta-g.de\/<\/a>.<\/em><\/p>\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t<\/section>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sail Training Association Germany hat k\u00fcrzlich den Antrag gestellt die Traditionellen Seemannschaften in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufzunehmen. Unterst\u00fctzt wird die S.T.A.G dabei von weiteren Vereinen aus der Seefahrt.<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":2648,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2494","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2494","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/3"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2494"}],"version-history":[{"count":10,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2494\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2651,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2494\/revisions\/2651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2494"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2494"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/bremen.deutscher-schifffahrtstag.de\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2494"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}